Bruder Konrad
Bruder Konrad von Parzham
Der heilige Kapuziner an der Klosterpforte von Altötting

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Bruder Konrad verteilt Brot an Bedürftige

Still und gesammelt steht er da, der Kapuzinerbruder namens Konrad, im Geheimnis Gottes wohnend und zugleich den Menschen zugetan. Er blickt gesammelt, aufmerksam und wohlwollend die Menschen an, die zu ihm kommen.

Hände greifen nach Brot. Was der Pfortenbruder gibt, ist nicht nur ein Stück Brot, das hungrige Menschen bei ihm suchen und finden. Menschen hungerten und suchten auch seine Nähe, Aufmerksamkeit und Zuwendung, sein Gebet. Das ist heute nicht anders.

Der Pförtner im Anna-Kloster zu Altötting nahm sich der Menschen und ihrer Sorgen an. Die große Gelassenheit und die unerschütterliche Güte waren es, die die Besucher aus allen sozialen Schichten außerordentlich beeindruckten. Er hatte die Art, jedem mit ganzer Aufmerksamkeit zuzuhören. Seine Antworten verrieten sein Einfühlungsvermögen und seine Klugheit. In seiner Aufgabe kam ihm eine gute Menschenkenntnis, sein ausgeglichener Charakter, Freundlichkeit und Geduld zu gute.

Das Leitwort seiner Großzügigkeit war: "Das kommt alles wieder herein, was man den Armen herausgibt!"

1934 hat ihn die Kirche heiliggesprochen.

Was er uns heute zu sagen und zu geben hat, lässt sich so ausdrücken: Geht euren Weg konsequent und ausdauernd, und holt euch die Kraft für diesen Weg aus dem Glauben.

Wie sein Weg aussehen könnte, war Johann Birndorfer nicht von Anfang an klar. Jedoch suchte er mit großem Eifer nach Klarheit. Statt wie andere Bauern lange im Wirtshaus zu hocken, ging er lieber zum Benefiziat Franz Xaver Dullinger nach Aigen. Der wieder war Schüler von Bischof Michael Sailer gewesen. Für den jungen Johann Birndorfer war der Priester Dullinger Beichtvater und Seelenführer.

Mit 30 Jahren reift in ihm der Entschluss, ins Kloster zu gehen. Mit 34 Jahren übernimmt er die verantwortungsvolle Aufgabe an der Klosterpforte im Anna-Kloster zu Altötting. Er schenkte das weiter, was er aus seinen Kraftquellen schöpfte: aus dem Gebet und der Feier der Eucharistie.

Gebet

Brich dem Hungrigen dein Brot;
du hastīs auch empfangen.
Denen, die in Angst und Not,
stille Angst und Bangen.
Der da ist des Lebens Brot,
will sich täglich geben,
tritt hinein in unsre Not,
wird des Lebens Leben.

Martin Jentzsch