Bruder Konrad
Bruder Konrad von Parzham
Der heilige Kapuziner an der Klosterpforte von Altötting

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Bischof Wilhelm Schraml segnet das neue Konradkloster

Das Kloster St. Konrad in Altötting hat große Bedeutung. Hier lebte, betete und wirkte der Kapuzinerbruder Konrad von Parzham, dessen Heiligsprechung sich in diesem Jahr zum 75. Mal jährt. Neben der Gnadenkapelle sind das Kloster und die Kirche die bedeutendsten Anziehungspunkte für Pilger und Gläubige. Papst Johannes Paul II. hat bei seinem Besuch 1980 im Kloster übernachtet. Papst Benedikt XVI. betete 2006 vor dem gläsernen Sarkophag mit einer Nachbildung des Heiligen und der Kopfreliquie. Am Sonntag, 17. Mai, segnete der Passauer Diözesanbischof, Wilhelm Schraml, das Kloster St. Konrad mit den neugestalteten Räumen.

Bischof Wilhelm Schraml bei der Einweihung wörtlich:

"Unvergesslich ist das Wort, das unser Hl. Vater Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006 hier in der Basilika sagte: „In Altötting denken wir ganz besonders an den guten Bruder Konrad. Er hat auf ein großes Erbe verzichtet, weil er ganz Jesus Christus nachfolgen, ganz mit ihm sein wollte. Er hat sich, wie es der Herr im Gleichnis empfiehlt, wirklich auf den letzten Platz gesetzt, als demütiger Pfortenbruder. In seiner Pfortenstube hat er genau das verwirklicht, was uns Markus über die Apostel sagt: Mit ihm sein und gesandt sein zu den Menschen. Er konnte von seiner Zelle aus immer auf den Tabernakel hinschauen, immer „bei ihm sein“. Von diesem Blick her hat er die nicht zu zerstörende Güte gelernt, mit der er den Menschen begegnete, die fast ohne Unterbrechung an seiner Pforte anläuteten – auch manchmal eher bösartig, um ihn bloßzustellen; auch manchmal ungeduldig und laut: Ihnen allen hat er ohne große Worte durch seine Güte und Menschlichkeit eine Botschaft geschenkt, die mehr wert war, als bloße Worte. Bitten wir den Hl. Bruder Konrad, dass er uns hilft, den Blick auf den Herrn gerichtet zu halten und dass er uns so hilft, Gottes Liebe zu den Menschen zu bringen.“

Aber das Kreuz kann nicht ersetzt werden durch Wissen und Technik, durch Ideologien und Revolutionen, durch mehr Freiheit oder Toleranz. Das Kreuz ist durch nichts ersetzbar; denn „in ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben; durch das Kreuz sind wir erlöst und befreit“ (vgl. Gal 6,14). Das Lebenszeugnis des hl. Bruder Konrad will uns sagen: Wir können den Menschen nur dann heilswirksam helfen und sie in ihrer Not und Bedrängnis aufrichten, wenn wir ihnen den gekreuzigten Christus zu zeigen vermögen, den Gott-Menschen, in dem unser Leiden an das Herz Gottes, an die ewige göttliche Liebe rührt. Sicher, wir haben den gekreuzigten Herrn im Glanz seines österlichen Sieges vor uns, aber als den Auferstandenen mit den verklärten Wunden.

Ich meine, unser Christentum bedarf einer gründlichen Korrektur, gerade heute, wo uns von überall her das „Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn“ mit einem Realismus anblickt, der jeder ästhetischen Verklärung spottet. Es gilt zu begreifen, dass die Welt nur durch das konsequente Eingehen auf die gekreuzigte Liebe Gottes neu werden kann: durch das Opfer und die dienende Hingabe, und nicht durch Erkenntnis und Bewusstseinserweiterung oder durch noch so starke Worte von Humanität und Humanisierung.

Auferstehen zum ewigen Leben in Herrlichkeit – oder soll ich sagen: heilig werden – können wir nur, wenn wir das Kreuz angenommen und gläubig bejaht haben. Wenn wir wie Bruder Konrad vor dem gekreuzigten Herrn in die Knie sinken und ihn anbeten als den wahren Heiland der Welt. Darin wird das Licht der Hoffnung in unseren Herzen erzündet. Darin erfahren wir seine göttliche Kraft und Gnade. Die Anbetung des Herrn ist es, die uns stärkt, unseren Lebensweg mutig zu gehen und ihn zu verstehen, dass er nicht anders verlaufen kann, als der seine: als Weg, der durch Gehorsam und Leiden zur Vollendung führt; durch Gehorsam und Leiden, aber eben zur Herrlichkeit und Heiligkeit beim Vater im Himmel.

Heute darf ich nach diesem heiligen Messopfer das von Grund auf sanierte Kloster St. Konrad segnen. Es ist ein Geschenk, das der Orden der Kapuziner gleichsam sich selbst gemacht hat zum Jubiläum der Heiligsprechung seines großen Mitbruders. Als Bischof danke ich dem Orden der Kapuziner von ganzem Herzen, dass er damit ein so überwältigendes Zeichen gegenüber dem Erbe des hl. Bruder Konrads bei uns in Altötting gesetzt hat.

Damit dienen die Kapuziner uns, liebe Schwestern und Brüder, denn sie zeigen uns erneut, worauf es in unserem christlichen Leben ankommt: nicht auf Geld, Ehre, Genuss und Macht. Es kommt darauf an, „den Blick auf den Herrn gerichtet zu halten, damit er uns hilft, Gottes Liebe zu den Menschen zu bringen“ (Papst Benedikt XVI.). Erst so empfängt unser Leben seine innere Schönheit. Erst so empfängt unsere Welt ein menschenwürdiges und menschenfreundliches Gesicht. Dafür legen die Kapuzinerbrüder Zeugnis ab. Und das dürfen die vielen Pilgerinnen und Pilger, die hierher kommen an diesen Ort der Gnade, erfahren: mit dem Herzen Christi beten, lieben, arbeiten und leiden. So wird durch uns Jesus Christus selbst gegenwärtig unter den Menschen.

Auf der Insel Lérins vor der französischen Mittelmeerküste blühten einst berühmte Klöster. Eucherius, der Bischof von Lyon, war selber Mönch auf Lérins. Er sagte im 5. Jahrhundert von dieser Insel: „Lérins, du bist fruchtbar. Wer deine Klöster aufsucht, findet dort Gott.“ Möge dieses Wort des Bischofs Eucherius auch von dem neusanierten Kloster und von allen Klöstern in Altötting gelten: „Du bist fruchtbar. Wer deine Klöster aufsucht, findet dort Gott.“ Heiliger Bruder Konrad, bitte für uns."

 



Bilder vom Tag der Klostersegnung

  - Pontifikalgottesdienst
  - Br.Konrad-Ausstellung
  - Weihe des Klosters
  - Mahl
  - Vespergottesdienst